Jedes Leben zählt
Voices for Therapy
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Warum wir laut werden
Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz greift tief in die psychotherapeutische Versorgung ein. Ab 2027 fallen die extrabudgetäre Vergütung, die Kurzzeittherapie-Zuschläge und die Angemessenheitsprüfung weg. Praxen stoßen damit früher an eine wirtschaftliche Grenze, als Menschen Hilfe brauchen.
Die Folge trifft nicht Praxen, sondern Patientinnen und Patienten: längere Wartezeiten, weniger Plätze, mehr Menschen, die aufgeben, bevor die Therapie beginnt.
Entschieden ist noch nicht alles. Ausnahmen werden gerade erst festgelegt, Korrekturen sind angekündigt. Genau jetzt lohnt es sich, laut zu sein.
Denn jedes Leben zählt. ♥
Worauf Menschen heute schon warten
- 142 Tage im Schnitt zwischen der psychotherapeutischen Sprechstunde und dem Behandlungsbeginn.
- 11–24 Wochen mittlere Wartezeit auf eine Richtlinienpsychotherapie, je nach Studie und Region.
- 1 von 10 Patientinnen und Patienten begann erst rund ein Jahr nach der Sprechstunde mit der Behandlung.
Bundespsychotherapeutenkammer, Auswertung 2022 (Abrechnungsdaten von rund 300.000 Versicherten). Hansen & Jacobi, „Wartezeiten auf Psychotherapie“, Psychother Psych Med 76 (2026), S. 297–304.
Der Songtext
Kannst du noch schlafen,
wenn die Stadt verstummt?
Wenn hinter kalten Fenstern
wieder ein Licht verglimmt?
Für dich war’s nur ein Federstrich,
ein Schatten auf Papier.
Doch irgendwo zerbricht ein Herz,
und niemand hört es hier.
Annas Mutter fühlt nur Leere,
Hoffnung wird ganz leis’.
Eine Tür war schon geöffnet –
doch sparen hatte seinen Preis.
Sag, hast du nie gefragt,
was eine Unterschrift vermag?
Ob zwischen schwarzer Tinte
vielleicht ein Menschenleben lag?
Wie viele noch?
Wie viele noch?
Bis ihr endlich versteht?
Jeder Name zählt.
Jedes Leben zählt.
Kein Mensch muss verloren geh’n.
Wie viele Lichter
müssen noch verglüh’n,
bis ihr endlich seht?
Leon will nicht mehr zur Schule,
dunkle Angst sein Herz erdrückt.
Seine Eltern bangen hilflos,
finden keinen Weg zurück.
Ein Therapeut löscht mit Tränen
zum letzten Mal das Praxislicht,
wenn auch jemand Hilfe braucht –
sein Budget war aufgebraucht.
Die Räume bleiben leer zurück,
wo Hoffnung einmal wohnte,
wo Heilung ihren Anfang fand
und Einsamkeit verschwand.
Auch Fakten,
auch Statistiken
zeigen, was zählt:
Psychotherapie rettet Leben,
hilft, wenn sie nicht fehlt.
Wie viele noch?
Wie viele noch?
Bis ihr endlich versteht?
Jeder Name zählt.
Jedes Leben zählt.
Kein Mensch darf verloren geh’n.
Wie viele Lichter
müssen noch verglüh’n,
bis ihr endlich seht?
Wie viele noch?
Wie viele noch?
Bis ihr endlich versteht,
wo man ohne Psychotherapie steht?
Wenn es dir gerade selbst schwer fällt
Du musst nicht warten, bis ein Therapieplatz frei wird, um mit jemandem zu sprechen. Diese Stellen sind kostenlos, anonym und rund um die Uhr erreichbar.
- Telefonseelsorge, Tag und Nacht
- 0800 111 0 111 · 0800 111 0 222 · 116 123
- Chat und E-Mail
- Für Kinder und Jugendliche
- 116 111 – Nummer gegen Kummer
- Im Notfall
- 112 – Rettungsdienst
Einen Termin für eine psychotherapeutische Sprechstunde vermittelt die Terminservicestelle unter 116 117.
Wer dahintersteht
Am Tag der Gesetzesverabschiedung war Marion schockiert und traurig. Sie schrieb den Text und komponierte mit Unterstützung einer KI eine erste Demo-Version des Songs. Diese teilte sie mit anderen PsychotherapeutInnen – und löste damit etwas aus, das sie selbst kaum hätte ahnen können.
Tief berührt spielten PsychotherapeutInnen den Song bereits am nächsten Tag bei einer Mahnwache für Suizidopfer laut ab. Von dort aus verbreitete er sich weiter – bis er Anina erreichte. Sie war sofort begeistert und schlug vor, den Song professionell im Tonstudio ihres Vertrauens in Bremen aufzunehmen. Sie unterstütze Marion beim Weiterentwickeln des Songtextes und auch andere halfen, den Song in die Form zu bringen, die er jetzt bekommen hat – danke an Philome, Kathi, Marie und Miriam.
Und dann ging alles ganz schnell: Marie und Mina, zwei singende Psychotherapeutinnen, machten sich auf den Weg nach Bremen. Gemeinsam mit Tontechniker Leo und der tatkräftigen Unterstützung von Anina nahmen sie die Vocals auf.
Doch die Welle der Unterstützung nahm kein Ende. Florian – ein Jazzpianist – spielte professionell das Piano ein, Miriam übernahm die Gitarre in einem weiteren Tonstudio in Lübeck – gemeinsam mit Dominik, einem erfahrenen Musikproduzenten. Dominik hauchte dem Song schließlich seine endgültige Form ein: Er ersetzte die letzten KI-Spuren durch seine eigene digitale Kompositionskunst und produzierte den Song so, wie er heute klingt.
Wow. Was für ein Weg – von einer spontanen Idee aus Trauer und Wut zu einem gemeinsamen Song, getragen von so vielen Menschen.
Und natürlich begann danach erst die nächste Etappe: die Veröffentlichung.
Wir freuen uns über alle, die mitsingen und ihre Stimme erheben. Deshalb ist zusätzlich eine wunderschöne akustische Coverversion von Miriam entstanden.
Sing mit. Werde eine Voice for Therapy.
Hilf uns, diesen Song in die Herzen und Köpfe der Menschen zu tragen, die über die Zukunft der psychotherapeutischen Versorgung entscheiden.
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Regensburg
- Marion ZiolaText und Idee
- MarieGesang
- Florian[Instrument ergänzen]
- Kathi[Rolle ergänzen]
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Bremen
- AninaInitiative Studioaufnahme
- Leo[Rolle ergänzen]
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Dortmund
- MinaGesang
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Lübeck
- Miriam[Rolle ergänzen]
- Dominik[Rolle ergänzen]